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Petrópolis – die Kaiserstadt

Petropolis- Casa AmarelaEine Stunde Busfahrt von Rio in Richtung Nordosten und fast 900 Meter höher gelegen liegt Petrópolis.  – Abfahrt vom Busbahnhof in Rio (auf brasilianisch Rodoviária) wochentags alle 15 Minuten, Feiertags mindestens stündlich. – Nach einer halben Stunde Busfahrt geht es fast nur noch aufwärts. Imposant ist schon der Ausblick auf die ‚Mata Atlantica‘ – den tropischen Regenwald, der sich entlang der serpentinenreichen Auffahrt bietet. Petrópolis hat etwa 300.000 Einwohner und ist nach dem letzten brasilianischen Kaiser D. Pedro II. benannt, der sich hier im vorletzten Jahrhundert seinen Kaiserpalast bauen ließ, in dem heute das ‚Museu Imperial‘ untergebracht ist. Bevor Brasilia zur neuen Hauptstadt Brasiliens wurde,  flüchteten sich auch später noch viele Regierungsmitglieder während der Sommerzeit in das klimatisch angenehmere Städtchen. Petrópolis lohnt auch den Aufenthalt für einige Tage, entweder als Abstecher von Rio aus oder als Zwischenstation ins Landesinnere oder den Nordosten. Sehenswürdigkeiten: Museu Imperial, Kirche Sao Pedro de Alcantara, Casa Stefan Zweig, Casa Santos Dumont, Quintadinha.

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Unterkünfte in Porto

Unterkünfte in Porto sind, verglichen mit Lissabon, preiswert. Wiktravel verweist überwiegend auf preiswerte Unterkünfte, teilweise in Mehrbetträumen. 3-Sterne-Hotels sind ab 20-30 € pro Nacht zu bekommen. Die preiswertesten Hotels sind oft sehr eng, aber sauber und meistens Online zu buchen. Gängige Sprachen sind neben portugiesisch Spanisch, Englisch und Französisch (in der Reihenfolge).

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Porto – Du Schöne

Porto, zweitgrößte Stadt Portugals,  ist eine Reise wertAltstadt Porto-vom Douro aus gesehen. Da ich Lissabon und die Algarve von früheren reisen her kenne, die aber mehr als 20 Jahre zurückliegen, wollte ich diesmal den weniger bekannten Norden Portugals kennenlernen. Erste Station war Porto – am Douro gelegen und bekannt wegen des Portweins. Unterkünfte in Porto sind problemlos zu finden. Weiterlesen «Porto – Du Schöne»

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Erinnerung an Stefan Zweig

Als bekennender Brasilien-Fan und häufiger Besucher der schönen Stadt Petrópolis, 90 km nördlich von Rio in etwa 900 Metern Höhe gelegen, möchte ich noch (wenn auch etwas verspätet) an den den deutsch-österreichischen Autor Stefan Zweig erinnern. Dieser hatte hier vor 75 Jahren am 23. Februar 1942 seinem Leben selbst ein Ende gesetzt, Nachdem er keine Hoffnung mehr sah, wieder nach Europa zurückkehren zu können.

Nach etlichen Verzögerungen wurde im Jahre 2012 endlich sein letztes Wohnhaus als
Casa Stefan Zweig hergerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Stefan Zweig in Brasilien und sasa Stefan Zweig

Wende in Brasilien – zurueck ins 20. Jahrhundert

 Wende in Brasilien – zurueck ins 20. Jahrhundert

Die neue Übergangsregierung Brasiliens beeilt sich, Ihre Pläne des sozialen Abbaus voranzutreiben. Es jubeln zwar die Unternehmerverbände, doch gehen die sozialen Proteste verstärkt weiter. Da nur wenige Medien in der Bundesrepublik darüber berichten – an Brasilien interessiert anscheinend nur die bevorstehende Olympiade – , hier als deutschsprachige Quelle eine aus der Schweiz  www.20min.ch/ausland/news/story/17937035

 

Das Land ist gespalten

Fakt ist, dass der ‚kalte Putsch‘ das Land gespalten hat. Während der letzten 15 Jahre hatte unter den PT-geführten Regierungen von Lula und Dilma Rossef eine Umverteilung zugunsten der Ärmsten Bevölkerungsschichten stattgefunden.
Sichtbare Ergebnisse der  ‚Bolsa familia‘ , eine Art Familienstipendium, das auch an den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder gekoppelt war, sind: 

– die Kinderarbeit wurde stark reduziert und fast eliminiert
– es gibt kaum noch Menschen in Brasilien, die hungern

Die Reichen und Superreichen in Brasilien wurden dadurch nicht ärmer. Durch die einsetzende Wirtschaftskrise ab 2010 und den Verfall der Rohstoffpreise wurde jedoch das Geld knapp und die konservative Mehrheit in den Parlamentskammern drängte immer stärker auf Einsparungen im Sozial- und dem chronisch unterfinanzierten Bildungsbereich.

Der Stimmungsumschwung in den Mittelschichten, der sich zu Ungunsten der PT-geführten Regierung auswirkte und den sich die konservative Parlamentsmehrheit zu Nutze machte, hat hauptsächlich wirtschaftliche Ursachen.
Während des 15-jährigen Aufschwungs in Brasilien, der überwiegend konsumgetrieben war, kam jeder Brasilianer leicht an Kredite. Das hat zur Folge, dass viele Brasilianer verschuldet sind und in der Rezession Schwierigkeiten haben, ihre Kredite zu bezahlen.

 

Nach dem kalten Putsch – Schüler wehren sich

Widerstand gegen befürchtetes Rollback

Nach dem lange vorbereiteten kalten Putsch – nichts anderes bedeutete die Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin Roussef am 12. Mai durch die Parlamentsmehrheit in  Brasilien –  geht der Widerstand gegen das befürchtete Rollback der Reformen der letzten 15 Jahre durch die Übergangsregierung weiter.

Besonders aktiv sind dabei auch Schüler in Rio und Sao Paulo. Siehe hier

Diese Aktionen sind kein Einzelfall und beschränken sich nicht nur auf die zentren Rio uns sao Paulo. Ich selbst habe während meines letzten Brasilienaufenthalts im März/April, als die Amtsenthebung der von der Mehrheit der Brasilianer gewählten Präsidentin durch die Parlamentsmehrheit vorbereitet wurde in kleineren und mittleren Städten ständig Demonstrationen mit dem Slogan "nao vai ter golpe" (deutsch: es darf keinen Putsch geben) erlebt.
So in Chapada Diamantina im Inneren des Bundessaates Bahia im Nordosten: Eine Capoeira-Schule, die ich vorher noch bei ihren Übungen im Zentrum des Städtchens beobachtet hatte, zog danach durch die Strassen, um gegen den befürchteten Putsch zu demonstrieren.
In Petrópolis im Bundesstaat Rio de Janeiro wurden die Demos hauptsächlich von den Gewerkschaften organisiert. 

 

 

 

Dilma – knapper Sieg nach hartem Wahlkampf

Sieg nach härtestem Wahlkampf in der Geschichte Brasiliens

Auch wenn die 3,5% Vorsprung für uns nicht so knapp erscheinen, waren sie doch das knappste Ergebnis bei einer Präsidentschaftswahl in Brasilien seit Ausrufung der Republik vor mehr als 125 Jahren. Hinzu kommt, dass noch nie eine so harte Auseinadersetzung über die Medien geführt wurde und die tage vor dem Urnengang einer Schlammschlacht glichen.
Einige Hintergründe lassen sich im Artikel ‚Zurück in den Hinterhof‚ nachlesen.

Nach Veröffentlichung des Wahlergebnisses kam es vor allem in Sao Paulo, wo die neue Mittelschicht mehrheitlich für den konservativen Aecio Neves gestimmt hatte, zu Konfrontationen zwischen beiden Lagern: den Anhängern der eher sozialistisch orientierten PT (Partei der Arbeit) und denen der konservativen PSDB (Sozialdemokratische Partei – die Partei der alten Oligarchie – vom Namen darf man sich nicht beeindrucken lassen), für die Aecio Neves kandidiert hatte. Es gab Ausrufe wie: ‚Geht doch nach Kuba!‘ – an die PT-Anhänger gerichtet; als Retourkutsche kam prompt: ‚Geht doch nach Miami! – der Lieblingszuflucht abgehalfterter Diktatoren.

Nach 12 Jahren PT-Präsidentschaft (8 Jahre Lula und 4 Jahre Dilma), in denen sich der Lebensstandard vor Allem für die ärmsten Bevölkerungsschichten in Brasilien verbessert hatte und die Mittelschicht in den Großstädten gewachsen war, stehen nun vor Allem Strukturreformen in den Bereichen Infrastruktur, Bildung und Gesundheitswesen an.

Schafft es Dilma – trotz Medienkampagne?

Schafft es Dilma – trotz Medienkampagne?

Wie sich im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl gezeigt hat, hat die amtierende Präsidentin von der PT vor Allem im Großraum Sao Paulo und bei den Mittelschichten an Zustimmung eingebüßt. – Ein auch für uns sichtbares Indiz waren die Pfeifkonzerte beim Auftritt der Präsidentin bei der Fussballweltmeisterschaft, leisten konnten sich die Eintrittskarten neben den ausländischen Touristen nur betuchtere Brasilianer. – Bei den ärmeren Bevölkerungsschichten steht sie nach wie vor in der Wählergunst vorne. Wenn es ihr gelingt, enttäuschte Nichtwähler zurück zu gewinnen (Diesmal 20%), könnte sie noch einmal die Nase vorn zu behalten.

Von Seiten der Medien, die sich fest in der Hand der alten Herrschaftselite befinden, steht sie schon seit Monaten im Gegenwind.

Ironisches Veja-Titelbild

Zeitschrift veja meldet:
Kennedy Attentat – Lula und Dilma beschuldigt. Das Bild ist Ironie und auf die laufende medienkampagne gegen die Präsidentin gemünzt

Auch für die „Finanzmärkte“ und die USA scheint ein Sieg des populäten konservativen Kandidaten Aecio neves attraktiv, bei dessen Sieg ein Aktienfeuerwerk erwartet wird. Die USA versprechen sich von Aecio einen Schwenk in der Außenpolitik und eine Abkehr von der Unterstützung sozialistischer oder linker Regierungen wie Venezuela, Bolivien und Ekuador.

Näheres siehe hier

 

Präsidentschaftswahl – 2. Wahlgang scheint offen

Präsidentschaftswahl – Wiederwahl Dilmas im 2. Wahlgang nicht sicher

Nachdem die drittplazierte Kanditatin Marina da Silva von der PSB ihre Wähler für die Stichwahl zur Unterstützung des konservativen Kandidaten Aecio Neves aufgerufen hat, scheint die Wiederwahl der amtierenden Präsidentin Dilma Roussef von der PT nicht mehr sicher. Viele Wähler Marinas und auch Teile ihrer Partei sind ein wenig erschreckt für ihre eindeutige Unterstützung des Kandidaten der ‚Tucanos‘ – der alten ewig herrschenden Elite Brasiliens – , der zwar Versprechungen in Richtung Umweltschutz gemacht hat, seine früheren Versprechen als Gouverneur des Bundesstaates Minas Gerais auch nie gehalten hat.

Nun fürchten viele ein drohendes Rollback in der brasilianischen Politik.

Brasilien: Präsident bleibt eine Frau

Brasilien: Präsident bleibt eine Frau

Eine Frau wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch für weitere 4 Jahre Präsidentin Brasiliens werden. Entweder die Amtsinhaberin Dilma Roussef von der PT oder Marina Silva, der ehemaligen Umweltministerin. Der dritte ernstzunehmende Kandidat, Aecio Neves, kam in Umfragen nur auf Wewrte zwischen 14 und 19%.

Dilma-portraetMarina Silva-smallDie Entscheidung wird jedoch noch nicht am kommenden Sonntag, dem 5. Oktober fallen, sondern voraussichtlich erst bei der 2 Wochen später stattfindenden Stichwahl.

Bei der Stichwahl am 19. Oktober hat derzeit Marina Silva nach jüngsten Meinungsumfragen  sogar etwas grössere Chancen gegen Dilma. Bereits bei der letzten Präsidentschaftswahl 2010, bei der sie noch für die Grüne Partei kandidierte,  errang sie auf Anhieb 19% der Stimmen und zwang damals Dilma in die Stichwahl gegen den Kandidaten der herrschenden Oberschicht.  Angekreidet wird ihr aber vor Allem ihre Mitgliedschaft in einer evangelikalen Sekte, ser Assembleia de Deus, die sehr wertkonservative Vorstellungen vertritt.

Interessant ist dabei, dass Marina Silva sowohl von den Finanzmärkten als auch der US-Regierung eindeutig favorisiert wird, da man erwartet, dass sie die Unterstützung für Venezuela und Kuba zurückfährt.

Zur Zeit gilt das Rennen als offen.