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Dilma – knapper Sieg nach hartem Wahlkampf

Sieg nach härtestem Wahlkampf in der Geschichte Brasiliens

Auch wenn die 3,5% Vorsprung für uns nicht so knapp erscheinen, waren sie doch das knappste Ergebnis bei einer Präsidentschaftswahl in Brasilien seit Ausrufung der Republik vor mehr als 125 Jahren. Hinzu kommt, dass noch nie eine so harte Auseinadersetzung über die Medien geführt wurde und die tage vor dem Urnengang einer Schlammschlacht glichen.
Einige Hintergründe lassen sich im Artikel ‚Zurück in den Hinterhof‚ nachlesen.

Nach Veröffentlichung des Wahlergebnisses kam es vor allem in Sao Paulo, wo die neue Mittelschicht mehrheitlich für den konservativen Aecio Neves gestimmt hatte, zu Konfrontationen zwischen beiden Lagern: den Anhängern der eher sozialistisch orientierten PT (Partei der Arbeit) und denen der konservativen PSDB (Sozialdemokratische Partei – die Partei der alten Oligarchie – vom Namen darf man sich nicht beeindrucken lassen), für die Aecio Neves kandidiert hatte. Es gab Ausrufe wie: ‚Geht doch nach Kuba!‘ – an die PT-Anhänger gerichtet; als Retourkutsche kam prompt: ‚Geht doch nach Miami! – der Lieblingszuflucht abgehalfterter Diktatoren.

Nach 12 Jahren PT-Präsidentschaft (8 Jahre Lula und 4 Jahre Dilma), in denen sich der Lebensstandard vor Allem für die ärmsten Bevölkerungsschichten in Brasilien verbessert hatte und die Mittelschicht in den Großstädten gewachsen war, stehen nun vor Allem Strukturreformen in den Bereichen Infrastruktur, Bildung und Gesundheitswesen an.

Schafft es Dilma – trotz Medienkampagne?

Schafft es Dilma – trotz Medienkampagne?

Wie sich im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl gezeigt hat, hat die amtierende Präsidentin von der PT vor Allem im Großraum Sao Paulo und bei den Mittelschichten an Zustimmung eingebüßt. – Ein auch für uns sichtbares Indiz waren die Pfeifkonzerte beim Auftritt der Präsidentin bei der Fussballweltmeisterschaft, leisten konnten sich die Eintrittskarten neben den ausländischen Touristen nur betuchtere Brasilianer. – Bei den ärmeren Bevölkerungsschichten steht sie nach wie vor in der Wählergunst vorne. Wenn es ihr gelingt, enttäuschte Nichtwähler zurück zu gewinnen (Diesmal 20%), könnte sie noch einmal die Nase vorn zu behalten.

Von Seiten der Medien, die sich fest in der Hand der alten Herrschaftselite befinden, steht sie schon seit Monaten im Gegenwind.

Ironisches Veja-Titelbild

Zeitschrift veja meldet:
Kennedy Attentat – Lula und Dilma beschuldigt. Das Bild ist Ironie und auf die laufende medienkampagne gegen die Präsidentin gemünzt

Auch für die „Finanzmärkte“ und die USA scheint ein Sieg des populäten konservativen Kandidaten Aecio neves attraktiv, bei dessen Sieg ein Aktienfeuerwerk erwartet wird. Die USA versprechen sich von Aecio einen Schwenk in der Außenpolitik und eine Abkehr von der Unterstützung sozialistischer oder linker Regierungen wie Venezuela, Bolivien und Ekuador.

Näheres siehe hier

 

Brasilien: Präsident bleibt eine Frau

Brasilien: Präsident bleibt eine Frau

Eine Frau wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch für weitere 4 Jahre Präsidentin Brasiliens werden. Entweder die Amtsinhaberin Dilma Roussef von der PT oder Marina Silva, der ehemaligen Umweltministerin. Der dritte ernstzunehmende Kandidat, Aecio Neves, kam in Umfragen nur auf Wewrte zwischen 14 und 19%.

Dilma-portraetMarina Silva-smallDie Entscheidung wird jedoch noch nicht am kommenden Sonntag, dem 5. Oktober fallen, sondern voraussichtlich erst bei der 2 Wochen später stattfindenden Stichwahl.

Bei der Stichwahl am 19. Oktober hat derzeit Marina Silva nach jüngsten Meinungsumfragen  sogar etwas grössere Chancen gegen Dilma. Bereits bei der letzten Präsidentschaftswahl 2010, bei der sie noch für die Grüne Partei kandidierte,  errang sie auf Anhieb 19% der Stimmen und zwang damals Dilma in die Stichwahl gegen den Kandidaten der herrschenden Oberschicht.  Angekreidet wird ihr aber vor Allem ihre Mitgliedschaft in einer evangelikalen Sekte, ser Assembleia de Deus, die sehr wertkonservative Vorstellungen vertritt.

Interessant ist dabei, dass Marina Silva sowohl von den Finanzmärkten als auch der US-Regierung eindeutig favorisiert wird, da man erwartet, dass sie die Unterstützung für Venezuela und Kuba zurückfährt.

Zur Zeit gilt das Rennen als offen.